Feb 16 2010

fast auf dem Heimweg

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Ja, noch bin ich in Australien und seit Fraser habe ich keinen neuen Blogeintrag geschrieben. Denken könnt ihr euch vermutlich, dass ich seitdem wieder viel erlebt habe und berichten könnte.. aber jetzt kommt’s:
Von den Whitsundays und meinem Tauchgang erzähle ich euch jetzt nicht, weil ich a) zu faul bin und meine letzten Tage in Australien lieber mit anderen Sachen verbringe (spontan fällt mir da als erstes schlafen ein, nochmal den Bondi Beach in Sydney besuchen, bevor ich ins eisige Deutschland komme und vielleicht noch das ein oder andere Bier mit neuen Leuten trinken) und b) weil ich dann auch noch ein bisschen was zu erzählen habe, wenn ich wieder zu Hause bin.. auf dieser Ebene, die sich nicht im Internet abspielt. Wie heißt sie nochmal!? Ach ja! Realität :-D

Gerade befinde ich mich schon halb auf dem Heimweg. Von Cairns – wo Frank, Daniel und ich die letzten Tage verbracht haben – wurde ich nun von den beiden ins 350km entfernte Townsville gebracht. Die Jungs ziehen weiter ins Outback, wo sie nach einem Job suchen und ich fliege morgen von hier nach Sydney zurück. 2 ½ Tage habe ich hier dann noch, die ich hoffentlich bei schönem Wetter genießen kann. Ein bisschen Papierkram erwartet mich noch und außerdem kann ich gucken, ob ich in meinem 75 Liter Rucksack noch ein bisschen Platz finde, den ich mit australischen Erinnerungsstücken füllen kann.
Ich freue mich aber schon unheimlich darauf endlich im Flugzeug nach Deutschland zu sitzen, denn dann sind es ja nur noch ein paar Stunden, bis ich wieder da bin! Jetzt ärgere ich mich nur noch, dass ich nicht eine Woche früher zurück gekommen bin, weil ich Rosenmontag jetzt noch so knapp verpasst habe. Ich hoffe, dass ihr euch alle die Zehen abgefrohren habt, während ich hier heute morgen noch im 28 Grad warmen Pool Wasserball gespielt habe!

Bis dann!

Kleines Update:

In Sydney bin ich jetzt gut gelandet. Mal sehen, was ich mit den letzten Tagen noch genau anstelle ;-)

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Feb 09 2010

Neuer Rückflugtermin!

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So schön die Zeit hier auch ist (obwohl es auch manchmal nervig ist 24 Stunden am Tag zu schwitzen :D ), geht sie nun bald für mich zuende und ich freue mich darauf am 20.2. wieder im kalten Frankfurt zu landen!
“Bis bald” kann ich da nur sagen :)

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Feb 02 2010

Surfers, Brisbane, Noosa und FRASER :D

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Endlich habe ich mal wieder ein bisschen Zeit etwas zu schreiben und auch den nötigen Stromanschluss. Blöd nur, dass es wir an Lust fehlt die vergangenen, ereignisrechen Tagen in allen Einzelheiten aufzuschreiben und ich gehe davon aus, dass auch ihr keine Lust habe einen ganzen Roman zu lesen. Deshalb versuche ich mich zur Abwechslung mal an ein paar Stellen ein bisschen kürzer zu fassen:

Von Byron Bay und dem kurzen Zwischenstop am Wasserloch, geht es weiter nach Surfers Paradise. Wie der Name schon sagt, will die Stadt – ähnlich wie Byron – eine Surferstadt sein. Die vielen Hochhäuser und die Größe nehmen der Stadt allerdings die lockere Stimmung, die in Byron herrscht. Schlecht ist die Stadt aber auch nicht und wir nutzen unseren Aufenthalt für eine ausgiebige Tour durch ein paar der vielen Clubs in der Stadt. Feiern kann man hier wirklich!
Ganz ähnlich verlaufen die 3 Tage, die wir in Brisbane verbringen. In Sydney hatte ich eigentlich auch schon genug Großstadt und habe mehr Lust auf was anderes.
Und was anderes steht als nächstes auf dem Plan. In Byron haben wir bei einer Reiseagentur ein paar Touren gebucht. Als erstes geht’s nach Noosa in einem Nationalpark auf Kanutour. In einem abgelegenen Camp schlafen wir im Zelt und rudern den Fluss entlang. Am ersten Tag rudern wir flussabwärts bis zum Meer, machen eine lange Pause in einem Pub und am Meer bevor wir uns auf dem Rückweg machen. Ziemlich blöd ist es, dass man hier inzwischen nicht mehr gut im Meer schwimmen gehen kann, weil es hier vor Quallen nur so wimmelt. Vor Haien sollte man sich auch langsam echt in Acht nehmen!
Am zweiten Tag fahren wir flussaufwärts. Der Weg ist um einiges länger, als der am ersten Tag und es kommt erschwerend hinzu, dass unsere Gruppe kleiner geworden ist. Aus 18 Leuten in 6 Booten sind nun 15 bei immer noch 6 Booten geworden. Zu zweit kommen Frank und ich in einem Boot, das eigentlich für drei ausgelegt ist, noch gut klar, aber Daniel, der eine wenig hilfreiche Engländerin als Partnerin hat, muss bei starkem Gegenwind echt kämpfen.
Die Abende verbringen wir jeweils mit den anderen Backpackern entspannt im Camp. Mit ordentlich Wein und einem großen Lagerfeuer kann man sich hier super von den Strapazen des Tages erholen. Ein paar Tage lässt es sich hier durchaus aushalten, aber froh sind wir natürlich trotzdem, als wir zurück in die Zivilisation kommen.
Und direkt geht es weiter nach Hervey Bay. Vor der Küste der Stadt liegt Fraser Island – die größte Sandinsel der Welt. Auf ihr machen wir eine so genannte Selfdrivetour. Mit 19 Leuten und zwei großen allradbetriebenen Fahrzeugen machen wir uns auf den Weg zur Fähre, die uns rüber bringt.

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Von den Veranstaltern bekommen wir das nötige Campingzubehör und (fast) alle wichtigen Informationen.
Auf der Insel angekommen machen wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel – einem kleinen See. Die „Straße“ ist nicht ganz leicht zu befahren und wir werden alle ordentlich durchgeschüttelt, während Daniel uns sicher zu unserem Ziel führt.

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Im See versuchen wir uns ein bisschen abzukühlen, was allerdings nicht so leicht ist, weil das Wasser ungefähr Badewannentemperatur hat. Viel Spaß haben wir trotzdem, denn zum See führt eine große Sanddüne runter, von der wir runter rennen und rollen können.

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Als es dann langsam auf den Abend zugeht fahren wir weiter zu der Stelle, an der wir unser Nachtlager aufschlagen sollen. Wir haben nun die ganze Insel überquert und befinden uns an der Ostküste von Fraser. Hier müssen wir noch ein paar Minuten am Strand entlang fahren, bevor wir unser Ziel erreichen. In Teamwork stellen wir schnell unsere Zelte auf und beginnen zu kochen. Dabei nerven uns allerdings ein paar riesige Stechfliegen, von denen uns keiner erzählt hast. Die Viecher sind echt nervig und wir sind froh, dass sie wenigstens verschwinden, als die Dunkelheit einsetzt. Jetzt können wir mit der ganzen Gruppe unser leckeres BBQ genießen und einen netten Abend verbringen.

Als wir am nächsten Morgen aufstehen, werden wir wieder von den dummen Fliegen begrüßt. Jetzt sind es aber ungefähr 10 mal mehr Fliegen, als am Vorabend, was das Frühstück und den Abbau zur Folter macht.

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Wir sind froh, als wir wieder im Auto sitzen, den Stand entlang fahren und von den Tieren einigermaßen verschont bleiben.

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Besonders cool ist, dass ich heute auch ein Stück fahren kann. In so einem großen Auto am Strand entlang zu fahren ist schon eine feine Sache, aber auch echt anstrengend, weil man sich keine unkonzentrierte Sekunde erlauben kann.
Tagesziele sind ein altes Schiffswrack, Indien Head – eine eindrucksvolle, 30 Meter hohe Klippe von der aus man eine super Sicht hat – und die Champagne Pools. Am Schiffswrack halten wir nur 10 Minuten, machen ein paar Fotos und fahren weiter.

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Indien Head ist schon interessanter. Die Klippe geht streil abwärts und hat kein Geländer oder ähnliches. Wenn man sich traut, kann man sich also direkt an die Kante stellen und in den Abgrund schauen. Aber lieber nicht zu nah, denn das sieht echt gefährlich aus.

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Wir erkennen einen Felsvorsprung, den wir schon mal auf einem Foto gesehen haben. Jan, einer der Jungs, mit die wir in Byron waren, hat uns ein Foto gezeigt, auf dem er auf eben diesem Vorsprung sitzt. Schon das Foto sah krass aus, aber jetzt, als wir die Örtlichkeiten vor Augen haben, sieht es erst so richtig furchteinflösend aus. Frank geht los zu einer Stelle, an der mehrere Leute stehen und ich soll ein paar Fotos von ihm machen. Als er sich dann auf den Weg zu dem Felsvorsprung macht, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Das sieht schon echt nicht ganz ungefährlich aus, aber als er unversehrt zurück kommt, versichert er mir, dass man sich zu keiner Zeit hat Sorgen machen müssen. Das will ich ihm mal glauben und mache mich auf den gleichen Weg. Man ist wirklich immer zwei Meter vom Abgrund entfernt, aber eine Menge Respekt habe ich trotzdem und das Gefühl, dass ich habe, als ich allein auf dem Felsen sitze, ist schon… schwierig zu beschreiben :-D

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Anschließend geht es weiter zu den Champagne Pools. Weil wir auf dem Weg ein paar Probleme haben einen steilen Weg mit weichem Sand hoch zu kommen, bleibt uns hier leider nicht mehr so viel Zeit. Die Pools sind die einzigen Stellen auf ganz Fraser, an denen man gefahrlos ins Meer gehen kann, denn sie sind 360° von Felsen umgeben und deshalb kommen hier weder Quallen noch Haie rein. Nur ein paar Wellen werden hier rein gespült und sorgen dafür, dass die Oberfläche der Pools mit weißem Schaum bedeckt sind.

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An diesem Abend – als wir unser nächstes Nachquartier aufgeschlagen und gegessen haben – entzünden wir verbotenerweise ein Lagerfeuer und lassen den Tag in der kleinen Runde ausklingen.

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Am nächsten Tag treiben uns die Fliegen wieder in den Wahnsinn. Sie nehmen einem echt ein wenig den Spaß an dem eigentlich echt tollen Trip! Wir beeilen uns wieder mit den Abbau und fahren zum Lake McKenzie. Er ist unser letztes Ziel, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zur Fähre und nach Hervey Bay machen müssen.
Als wir dort ankommen, sind wir total begeistert! Vor uns liegt ein großer See mit tiefblauem Wasser, umgeben von weißem Sandstrand und grünen Bäumen. Da, wo das Wasser flach ist, leuchtet das Wasser hellblau – wie im Paradies! Wir wollen gar nicht mehr aus diesem Wasser raus, planschen, wie kleine Kinder und schleudern uns gegenseitig in die Luft, bis unsere Finger schrumpelig sind und wir zurück zur Fähre müssen.

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Zurück in Hervey Bay sitzen wir noch mit ein paar Leuten aus unserer Gruppe gemeinsam auf der Terrasse. Besonders mit den beiden Schweden Linh und Nils verstehen wir uns wunderbar und erweitern ein wenig unsere Sprachkenntnisse – mit mehr oder weniger nützlichen Wörtern und Sätzen.

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Es ist übrigens der Abend des 30.1., was heißt, dass ich am folgenden Tag Geburtstag habe. Vollkommen übermüdet von drei harten Tagen auf Fraser fallen wir allerdings schon um 23 Uhr ins Bett.
Am nächsten Tag stehe ich als erstes auf und fahre zum Supermarkt, um fürs Frühstück einzukaufen. Blöderweise beginnt es zu regnen, aber wir können froh sein, dass uns das auf Fraser erspart geblieben ist! Naja, was solls.. wir frühstücken fett mit Ei, Speck und allem, was für mich zu einem traditionellen Geburtstagsfrühstück dazu gehört, anschließend packen wir unsere Sachen uns setzen uns ins Auto, denn wir haben einen langen Weg bis Airlie Beach – unserem nächsten, richtigen Ziel – vor uns. Heute wollen wir aber erstmal nur bis „Town of 1770“ fahren und dort ein bisschen feiern. Als wir dort jedoch nach 4 Stunden ankommen, stellen wir fest, dass es hier nichts gibt und wir keine Lust haben hier zu bleiben. Also fahren wir nochmal 2 Stunden bis Gladstone. Die Stadt wirkt zwar auch nicht besonders interessant und ist wie ausgestorben, als wir um 7 Uhr abends dort ankommen, aber was solls!?
In einem kleinen Hostel, das mehr ein privates Wohnhaus mit zusätzlichen Zimmern ist, wollen wir die Nacht verbringen. Frank und Daniel laden mich zu Red Rooster zum Essen ein und den restlichen Abend verbringen wir im Hostel mit kaltem Bier und Whiskey, den ich zur Feier des Tages besorgt habe. Längst nicht mein bester Geburtstag, aber spontan kann ich mich an mindestens zwei schlimmere erinnern :-D

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Jan 22 2010

Byron Bay und Wasserloch

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Als nächstes Ziel steht Byron Bay ganz oben auf unserer Liste und schon als wie dort ankommen sind wir uns sicher, dass es dort nicht zu unrecht steht. In der kleinen Stadt wimmelt es schon auf den ersten Blick von Backpackern, die sich in und um die vielen kleinen Läden tummeln. Einfach perfekt für uns!
Wir sichern uns schnell einen Platz auf einem Campingplatz außerhalb und fangen an die übersichtliche Stadt zu besichtigen. Ich weiß gar nicht genau, wie viele permanente Einwohner die Stadt hat, aber ich meine, dass hier meistens mehr Touristen als Anwohner sind. Auf der Hauptstraße reiht sich ein Surfladen an den nächsten und genauso viele Imbissstuben und Souvenirläden gibt es. Der schöne Sandstrand erstreckt sich über Kilometer. Kein Wunder, dass er so viele Surfer anzieht, die sich hier in die Wellen stürzen wollen.
Auf dem Campingplatz kochen wir dann abends schnell und machen uns auf den Rückweg in die Stadt. Heute Abend wir gefeiert! Da macht es auch nichts, dass Mittwoch ist.. oder Donnerstag? Hier ist nämlich jeden Tag Wochenende. Da fühlt man sich gleich wieder in Sydney mit dem wunderbaren Unterschied, dass sich hier alles gemütlichen Urlaubsambiente abspielt statt in der hektischen Großstadt.
Am nächsten Tag leihen Frank und ich uns ein Surfboard aus, denn wenn wir es hier nicht versuchen, wo dann? Wir bekommen vom Verleiher eine kurze Einweisung und versuchen unser Glück auf eigene Faust. Für viel Geld kann man auch Surfkurse machen, aber Fahrrad fahren lernt man ja auch fast allein, also sollten wir auch das hinkriegen. Klar, unsere ersten Versuche sehen noch ein bisschen unbeholfen aus, doch schon nach etwa einer halben Stunde Übung schaffe ich es ein paar Wellen im Stehen zu reiten. Damit gewinne ich zwar sicher noch keine Preise, aber Spaß macht es in jedem Fall. Sogar so viel Spaß, dass wir vollkommen die Zeit vergessen, was dazu führt, dass wir insgesamt 4 Stunden in der prallen Sonne verbringen. Vor allem Daniel, der zwischendurch eingeschlafen ist, hat einen schönen Sonnenbrand abbekommen.
Den Abend lassen wir dann ruhig angehen, sodass wir am folgenden Tag wieder bereit sind weiter auf dem Board zu üben. Ich finde, dass wir uns gar nicht so schlecht anstellen, wenn man bedenkt, dass es der zweite Übungstag ist. Außerdem sehen Frank und ich den ersten Koala in unserem Leben – Daniel den ersten in freier Natur.. Drei Deutsche auf unserem Platz hatten uns berichtet, dass wir hier welche finden können und deshalb begeben wir uns sofort auf die Suche. Das kleine, faule Tierchen, das wir entdecken, sitzt leider ein bisschen weit oben im Baum, sodass wir es nicht allzu gut erkennen, aber wir sind trotzdem zufrieden!
Und so verbringen wir zum Großteil unsere Tage. Den Tag über liegen wir faul am Strand oder schmeißen uns in die mannhohen Wellen und abends geht’s in die Clubs oder einfach entspannt an den Strand. Leute lernt man in jedem Fall kennen und kann sich sicher sein, dass man einen lustigen Abend hat!
Zwischendurch nehmen wir uns aber auch mal einen Tag Zeit, um eine Tour zu starten, die über Fressbuden, Strand und Supermarkt hinausgeht. Wir wollen zum Leuchtturm, der sich ganz am anderen Ende der Stadt befindet. Zwar ist Byron – wie gesagt – echt nicht groß und das meiste spielt sich im Zentrum ab, in dem man alles in 5 bis 10 Minuten erreichen kann, aber der Leuchtturm befindet sich ein ganzes Stück südlich vom Zentrum und unser Campingplatz ist nördlich von der Stadt. Das schöne an der Sache ist, dass wir einen Großteil der Stecke am Strand entlang gehen können. Immer wenn uns zu heiß wird, springen wir einfach ins Wasser und beobachten auf unserem Weg vor allem Kitesurfer mit großem Interesse.
Auf einem mittelgroßen Felsen – von dem aus man fast die ganze Bucht überblicken kann – machen wir eine kleine Fotopause und genießen wie Aussicht. Weiter geht es durch einen kleinen Regenwald. Von fast überall haben wir jetzt super Sicht und kommen nochmal zu einer eindrucksvollen Felsformation. Während wir hier die Leute beobachten, die hier in der Nähe schnorcheln, springen Delphine unweit von uns durch’s Wasser und zwei große Rochen gleiten durch’s flache Wasser. Wenn man hier zur richtigen Zeit ist, soll man auch Wale und andere interessante Tiere sehen. Unter anderem soll man hier Haie erblicken können, aber bei dem Gedanken daran, dass diese Tiere sich so nah am Badestrand aufhalten, wird mir ein bisschen mulmig zumute. Doch das nächste touristische Highlight lässt nicht lange auf sich warten und bringt mich auf andere Gedanken. Wir kommen am östlichsten Punkt Australiens vorbei, an dem es zwar auch nicht mehr zu sehen gibt, als an vielen anderen Orten auch, aber hey.. er ist ziemlich weit östlich! :-D
Als wir endlich am Leuchtturm ankommen, haben wir 360° Aussicht. Echt nicht schlecht! Aber der Weg war irgendwie schon so lang, dass wir zu müde sind, um uns daran noch recht zu erfreuen. Wir müssen ja den gleichen Weg auch wieder zurück. 4 Stunden brauchen wir insgesamt und sind echt froh, als wir uns endlich wieder in unsere Stühle am Campingplatz fallen lassen können.

Am morgen des 19. müssen wir dann nach 6 echt coolen Nächten in Byron unsere Sachen packen. Auf unserem Platz haben wir ein paar Leute kennen gelernt, die unser Interesse an einem weiteren Reiseziel geweckt haben. Zusammen mit ihnen fahren wir in das 80km entfernte Nimbin, das als Hippiestadt bekannt geworden ist. Hier gibt es abgesehen von den vielen bunten Läden und dem kleinen Museum absolut nichts zu sehen, aber aufgrund seiner entspannten Stimmung ist es immer noch Anziehungspunkt für viele mehr oder weniger alternative Leute. Für uns reichen die 30 Minuten, die wir hier verbringen, bevor es zum eigentlichen Ziel weiter geht. Ein paar Kilometer von hier gibt es ein kleines Wasserloch, von dem die Jungs uns vorgeschwärmt haben.
Das Wasserloch an sich ist nicht besonders groß, aber zum Teil von steilen Klippen umgeben. Auf der einen Seite kann man noch ins Wasser reingehen, an einer anderen Stelle muss man schon 3 Meter runter springen und dann.. ja, dann gibt es noch eine weitere Stelle. Hier geht es echt schon ein Stückchen runter. An der höchsten Stelle – die ungefährt 10 bis 12 Meter über der Wasseroberfläche ist – hängt ein langes Seil im Baum, das man sich heranziehen kann. Ein paar Jungs machen vor, was zutun ist: Im tarzanstyle kann man sich ans Seil hängen und sich zur Mitte des Wasserloches schwingen. Wenn man dann an der höchsten Stelle loslässt, fällt man nochmal 6 Meter ins Wasser. Das sieht nach einer Menge Spaß aus!
Zusammen gehen wir alle hoch und stehen dann da. Zwar waren ein paar von uns schon mal hier und sind schon gesprungen, aber so recht will dann gerade doch keiner. Als einer der 13-jährigen Jungs mir das Seil hinhält und fragt, ob ich springen möchte, nehme ich mir ein Herz. Er meint noch ich könne ein Stück weiter runter gehen um den Schwierigkeitsgrad zu verringern, aber wenn ich schon mal so weit bin, heißt es ganz oder gar nicht!
Nur Bruchteile einer Sekunde später hänge ich mitten über dem Wasser. Als das Seil den höchsten Punkt erreicht, lasse ich los und merke, dass es nun ziemlich schwierig wir richtig im Wasser zu landen. Vor Augen habe ich die Videos der Jungs, auf denen auch die ein oder andere schmerzhafte Landung zu sehen ist und in Rückenlage beginne ich mit den Armen zu rudern, wie verrückt. So gerade eben schaffe ich es, mit den Füßen zuerst im Wasser zu landen. Ein super Gefühl! Nach mir kommen auch die anderen der Reihe nach runter. Simon kommt blöd auf dem Hintern auf und auch Lisa – das einzige Mädchen in der Runde – legt später eine Bruchlandung hin. Wir springen alle noch mehrfach und machen ein paar Videos. Daniel und ich springen auch noch aus 6 Metern Höhe mit einem Köpper ins Wasser. Zwar mache ich dabei nicht die beste Figur, aber das macht mir nichts!

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Jan 15 2010

Habt ihr mal 15 Minuten Zeit?

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Meine Schwester schreibt ihre Bachelor Arbeit ueber soziale Netzwerkseiten und braucht dafuer eure Hilfe, denn als Basis hat sie einen Fragebogen erstellt, der sehr interessant ist – wie ich finde – und einen selbst auch dazu bringt seine Gewohnheiten zu reflektieren. Aber lest selbst und macht den Fragebogen:

“Social networking sites, such as Facebook, StudiVZ and Hyves, are getting more and more popular. Many people use these sites every day.
This is one of the reasons why I, a student at the Radboud University in Nijmegen, will write my bachelor’s thesis about the use of social networking sites.
In order to get to know more about this topic, I need your help.
I would appreciate it, if you could click on the following link and answer some questions. It will take you at 10 to 15 minutes to answer this questionnaire.
Furthermore, it would be great if you could send this link to your friends and other people you know.
Your answers will be kept confidential and treated strictly anonymous.
For questions you can contact me (JoaReinsch@student.ru.nl).
Thank you for your help.
Joa Reinsch”

Link to the questionnaire:

http://ww3.unipark.de/uc/socialnetworks/

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Jan 12 2010

Zu dritt geht’s weiter!

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Endlich ist das neue Jahr da! Das alte war zwar ein super Jahr, ein glückliches Jahr und ein ereignisreiches Jahr, aber ich freue mich auch so sehr auf das neue! Auf all die tollen Sachen, die ich noch in Australien sehen und erleben werde, die Leute, die ich kennen lerne und nicht zuletzt auch auf die Heimat, die ich bald sehen werde.
Nach der spaßigen, aber harten Silvesternacht geht es erstmal so lala weiter. Das Wetter ist – wie die meisten der letzten Tage – wechselhaft in Sydney und nicht zuletzt deshalb wollen Frank und ich hier auch wieder weg. Unser spartanischer Lebensstil war ja zu Beginn noch lustig und auch ein paar Tage auszuhalten, aber nun wollen wir die „alt bekannte“ Stadt, in der wir auch nicht mehr so recht wissen, was wir mit unserer Zeit anfangen sollen, verlassen. Blöderweise müssen wir noch auf Daniel warten, der unsere Reisegruppe erweiter soll. Am 2.1. muss er noch arbeiten und deshalb können wir noch nicht weg.

Neujahr ist aber eh nichts mit Sachen packen und aufbrechen. Bis zur Mittagszeit schlafen wir nämlich und sitzen anschließend erstmal – immer noch kaputt von letzter Nacht – in unseren tollen Campingstühlen, bis Selina uns um 3 Uhr besucht und zum Aufstehen animiert. Wir entscheiden uns in den Botanischen Garten zu gehen, der gar nicht so weit von uns entfernt ist. Hier waren Frank und ich zwar schon mal, aber erstens kann man es sich hier trotzdem wunderbar gemütlich machen und zweitens stellen wir fest, dass es immer neue Wege zwischen den unterschiedlichsten Pflanzen zu entdecken gibt.
Unter einem großen Baum machen wir es uns schließlich bequem, verstecken uns vor dem sporadischen Regen, spielen Karten und erholen uns weiter. Unweit von uns entfernt hören wir Musik aus dicken Boxen rauschen, aber in Partystimmung sind wir gerade nicht mehr. Stattdessen gehen wir in die Innenstadt und essen lecker bei Subway.
Abends überlegen wir uns dann allerdings noch Kings Cross zu verlassen und an einem der vielen Strände Sydneys zu parken, um ein wenig schönere Umgebung und eine Luftveränderung zu haben. Schon am nächsten Morgen werden wir allerdings von der Polizei geweckt. Die ganze kleine Seitenstraße am Bronte Beach steht voll mit Backpackern, was den Anwohnern offenbar ein wenig auf die Nerven geht und darum müssen wir uns ein neues Plätzchen suchen. Zum Glück ist die Polizei hier sehr tolerant was Backpacker angeht und mit irgendwelchen Strafen oder ähnlichem müssen wir nicht rechnen.
Wir fahren einfach zum nächsten Strand, ich gehe kurz ins Meer, dusche und wir frühstücken. Ansonsten verläuft auch dieser Tag ereignislos. Für die Nacht haben wir uns schon einen neuen Platz zum Schlafen gesucht, aber erstmal fahren wir zu Daniel, wo wir mit ihm und seinem Zimmerkollegen eine Dvd schauen. Wolves Creek nennt er sich und handelt von ein paar Backpackern, die mitten in Australien von einem Einheimischen entführt und gejagt werden. Sehr beruhigend!
Daniel hat schon durchblicken lassen, dass er gerne noch ein paar Tage länger in Sydney bleiben will, weil er nochmal mit allen zum Abschied feiern will, aber Frank und ich sind uns einig, dass uns hier nichts mehr auch nur einen weiteren Tag hält! Also einigen wir uns darauf, dass Frank und ich uns einen Campingplatz außerhalb suchen und wir Daniel 3 Tage später abholen.
Am nächsten Tag brechen wir also auf und fahren Richtung Norden. In unserem Campingführer haben wir einem Platz in einem Nationalpark gefunden, der uns gefallen könnte, aber schnell stellen wir fest, dass der Weg länger und komplizierter ist, als erwartet. Im Park gibt es dann noch nicht mal eine Rezeption und irgendwie durchblicken wir das ganze System nicht so richtig. Ist auch egal! Jetzt ist Newcastle ja nicht mehr weit und dann suchen wir uns da halt für ein paar Tage ein Hostel. Die Stadt soll sehr schön sein und es wird sich hier wohl aushalten lassen. Nun aber der nächste Rückschlag: Alle Hostels sind ausgebucht und wir müssen uns was neues einfallen lassen. Zu allem Überfluss spring unser Auto nicht mehr an, weil es zu heiß geworden sind. Das haben wir wohl davon, dass wir so in den Tag hinein leben und nichts vorher planen.
Aber als Meister der Spontanität zaubern wir unsere Einkäufe und den Kocher aus dem Auto, gehen zum Strand und kochen den leckeren Chilieintopf von Franks Mama. Mit Blick auf’s Meer, bei bewölktem Wetter und starkem Wind machen wir das beste aus der Situation. Irgendwo im Auto haben wir sogar noch zwei Flaschen warmes Bier gefunden, die unser Mahl perfekt machen.
Nach dem Essen ist unser Auto dann auch wieder fahrtüchtig. Das ist auch gut so, denn der Abend rückt immer näher. Im Campingführer finden wir einen kostenlosen Rastplatz, den wir für die Nacht anfahren wollen. Als wir dort ankommen ist es schon dunkel und wir haben keine Lust jetzt unser vollgepacktes Auto noch großartig umzuräumen und deshalb macht Frank es sich auf der Rückbank bequem, während ich versucht auf dem Beifahrersitz zu schlafen. So schlecht habe ich hier noch nicht geschlafen, aber dafür fällt es am nächsten morgen leicht aus dem „Bett“ zu kommen.
Wir fahren wieder den Campingplatz an, den wir ursprünglich besuchen wollten. Nun verstehen wir das System und können unser Zelt aufbauen und wieder praktisch luxuriös im Auto schlafen. Der Platz ist zudem auch nicht schlecht! Er befindet sich inmitten eines großen Waldes unweit vom Strand entfernt. Hier lassen wir uns die Sonne zwei Tage auf die Bäuche scheinen, lesen, schwimmen und machen Urlaub – genau wie die ganzen Australier mit ihren Kindern um uns herum. Zwar gefällt uns diese Art zu reisen uns zu leben, aber wir stellen auch fest, dass wir so einfach keine anderen Backpacker mehr treffen, was die ganze Sache weniger Abwechslungsreich macht.

Am Mittwoch holen wir Daniel ab. Nun beginnt die Reise zu drittt! Naja, eigentlich erst nachdem wir noch den Papierkram mit der Versicherung und anderes erledigt haben. Ständig haben wir im Kopf, dass die Schranke zum Campingplatz um 9 Uhr schließt und wir ungefähr 2 Stunden Fahrt einrechnen müssen. 2 Stunden Fahrt kommen einem in Australien im Übrigen wie ein Katzensprung vor. Ich weiß nicht warum, aber man gewöhnt sich einfach unheimlich schnell an die Entfernungen. Vielleicht liegt es auch daran, dass man in Deutschland in 6 bis 7 Stunden von Norden nach Süden fahren kann, während man hier in dieser Zeit nicht mal das Bundesland „New South Wales“ durchqueren kann, welches das flächenmäßig kleinste ist.
Trotzdem sind auch hier 2 Stunden 2 Stunden und der Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir uns nun beeilen müssen. Aus der Innenstadt fahren wir zu Daniels Unterkunft, packen sein restliches Zeug zusammen und fahren gegen halb 7 los. Einige Kilometer vor unserem Ziel nutzen wir die letzte Gelegenheit um noch günstig einzukaufen. Im Eiltempo laufen wir durch den Supermarkt und wieder raus. Als ich den Schlüssel im Zündschloss umdrehe, jagt das Auto uns einen Streck ein, indem es ein wenig muckt, weil es offenbar schon wieder zu warm ist. Nach zwei Sekunden springt es aber doch an und die Fahrt geht weiter.
Weiter stehen wir unter Zeitdruck und haben ein paar Probleme den Weg wieder zu finden. Um fünf vor neun passieren wie dann aber erleichtert die Schranke. Nun können wir kochen und den ersten gemeinsamen Abend „On the road“ mit ein paar Gläsern Wein begießen, den wir uns noch gekauft haben.

Schon am nächsten morgen fahren wir weiter. Unser Weg führt uns weiter die Küste hoch und in unserem Reiseführer finden wir einen Platz in Seals Rock, der sehr schön sein soll. Also wir dort ankommen gefällt dieser auf den ersten Blick, aber die große Tafel mit der Aufschrift „keine freien Stellplätze gefällt uns nicht. Daniel fragt trotzdem nach und wir haben Glück. Hier bleiben wir erstmal zwei Nächte.
Seals Rock befindet sich in einer kleinen Bucht und ist bekannt für seine Felsen im Meer, an dem schon das ein oder andere Schiff zerschellt ist. Der Strand und das Wasser sind super schön und alles wird im Halbkreis von einen grünen Waldlandschaft umgeben. Da wir früh losgefahren sind, haben wir auch direkt Zeit das voll auszunutzen und so verbringen wir einen weiter faulen Strandtag, den wir mit einer Runde Skat nach dem Essen abschließen.
Am nächsten Tag wollen wir den Leuchtturm besichtigen, der die Schiffe dann doch vor den gefährlichen Felsen warnen soll. Der Weg dorthin ist schon ein wenig weit und teilweise ziemlich steil, doch als wir beim Leuchtturm ankommen, wissen wir, dass es die Mühe wert war. Von hier hat man eine super Sicht auf den ganzen Ozean und die Küste. Auch der kleine Turm ist sehr ansehnlich.

360 Grad Sicht auf's Meer und die Wälder

360 Grad Sicht auf's Meer und die Wälder

Auf dem Rückweg finden wir noch eine kleine Schlucht, die wir erkunden und Zeit verbringen.

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Als wir schließlich wieder am Zelt ankommen, ist es schon halb 8 Uhr, was uns aber nicht davon abhält wenigstens einmal am heutigen Tag ins Meer zu gehen. Auch das Wetter spricht nicht dagegen, denn sogar um diese Uhrzeit kann man hier noch problemlos baden. Erst spielen wir am Strand Frisbee, bevor wir uns im Wasser einen kleinen, springenden Ball zuwerfen.
Beim Wiederholen des Balls bemerke ich irgendwann einen großen, dunklen Stein im Flachen Wasser. Als dieser sich jedoch bewegt stelle ich fest, dass es ein riesiger Rochen ist, den ich gesehen habe. Mit einer Spannweite von über einem Meter gleitet er 3 Meter vor meinen Füßen durchs Wasser.. Frank und Daniel glauben mir gar nicht, was ich erzähle, bis sie ihn selbst sehen. Zwar hatten wir in Sydneys Aquarium schon welche gesehen, aber nicht in der Größe und außerdem ist es etwas total anderes, wenn man ein solches Tier in der Natur zu Gesicht bekommt. Ball spielen wollen wir jetzt aber nicht mehr, weil wir uns nicht sicher sind, wie gefährlich das sein könnte.
Wieder kochen wir an der BBQ-Stelle auf dem Platz. Wir haben unsere Sachen noch nicht ganz ausgepackt, da werden uns schon die Reste vom Nachbartisch angeboten. Naja, Reste ist jetzt vielleicht ein wenig abwertend, denn die Würstchen und der Salat, die wir bekommen, sind echt lecker und wieder einmal sind wir begeistert von der Herzlichkeit der Australier!
Für den nächsten Tag planen wir den Sonnenaufgang anzuschauen. Hierfür wird uns wieder der Leuchtturm empfohlen und wir erfahren, dass die Sonne um 5.54 Uhr aufgehen soll. Das wird ein Spaß!

Als Franks Wecker am nächsten Morgen um 4.45 Uhr klingelt wissen wir noch nicht, dass uns ein besonders ereignisreicher Tag erwartet.
Sofort stehe ich auf, weil ich sonst gar nicht aus dem Bett gekommen wäre. Außerdem brauche ich morgens immer ein bisschen länger als mach anderer, denn ohne Frühstück kann man mich total vergessen, wie Frank schon festgestellt hat. Als ich mir um 5.25 Uhr die Zähne putze kommt Frank ins Bad gestürmt: „Es wird schon hell, wir müssen uns beeilen“. Sofort steigen wir ins Auto uns fahren so nah an den Leuchtturm heran, wie wir können. Ein ganzes Stück müssen wir allerdings noch laufen und zwar steil bergauf in Flip Flops!
Vollkommen außer Atem und im Bewusstsein, dass wir mal wieder Sport treiben sollten, kommen wir oben an, als es schon hell ist. Die Sonne ist aber noch nicht zu sehen.

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Wir setzen uns auf eine Mauer und warten geduldig. Als die Sonne dann endlich aus dem Südpazifik auftaucht erleben wir mal wieder ein schönes Schauspiel. Sie taucht das ganze Meer und die paar Wolken, die am Horizont zu sehen sind, in ein schönes Licht und wir können froh sein uns überwunden zu haben so früh aufzustehen und uns ein wenig dafür zu bewegen.

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Ein weiteren Vorteil hat das frühe Aufstehen: Schnell sind wir mit dem Packen fertig und können weiter fahren. Das erste Ziel sind ein paar Strände in der Nähe. Sofort gehen wir ins Meer und kühlen uns ein wenig ab. Ja, um 10 Uhr morgens ist das schon nötig!

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Anschließend suchen wir in unseren Reiseführer nach dem nächsten Ziel, während wir uns von der Sonne trocknen lassen.
Unsere Wahl fällt auf Forster. Im Supermarkt auf dem Weg kaufen wir uns 1,8kg Hähnchenkeulen und Flügel, die wir mitten in der Stadt auf einen der öffentlichen Grills schmeißen. Zusammen mit den 4 Knoblauchbroten machen sie echt satt und wir brauchen ein paar Minuten, bis wir uns wieder bewegen können. Sofort geht’s wieder ins Wasser. Zwischen unzähligen Pelikanen und Möven spielen wir im flachen Wasser Frisbee und springen von einem Anlegesteg ins kühne Nass. Den Vorwärtssalto muss ich noch üben, denn Frank und Daniel sind von meinem lausigen Versuch sichtlich amüsiert. Naja, was soll’s!?

Um halb 6 steigen wir wieder ins Auto und fahren weiter. In der Nähe gibt es einen Nationalpark in dem man den Ellenborogh Wasserfall – den größten von NSW – besichtigen kann. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und machen uns auf den Weg zu einem Rastplatz mitten im Park. Auf dem halben Weg kommen wir vor eine Weggabelung, die uns vor eine schwierige Wahl stellt: Entweder wir umfahren das Waldgebiet und nähern uns unserem Ziel von der anderen Seite oder wir nehmen den Weg durch den Park mit vermutlich schönerer Sicht und schlechteren Straßen.
Während wir am Straßenrand stehen und überlegen hält ein Australier, der fragt, ob er helfen kann. Er empfiehlt uns den Nationalpark zu umfahren, da dies deutlich schnell ist. Trotzdem können wir uns noch nicht entscheiden und deshalb werfen wir einfach eine Münze. Sie möchte den schwierigen Weg nehmen also fahren wir los.
Die unbefestigte Straße führt uns wirklich an schönen Wäldern und grünen Wiesen vorbei und wir sind zufrieden mit der Entscheidung der 5 Cent Münze.

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Und dann wird’s auch noch schön abenteuerlich: Am Straßenrand steht ein Schild mit der Aufschrift „Brücke geschlossen von — bis —“. Daniel, der am Steuer sitzt, fragt was das nun zu bedeuten hat, aber Frank und ich beruhigen ihn und sagen, dass das sicher nichts zu bedeuten hat. Als wir die klapprige Holzbrücke sehen kommen allerdings wieder Zweifel auf. Frank ist sich sicher ein Schild gesehen zu haben, dass der Brücke Tragkraft von bis zu 12t zuschreibt und da wir eh nicht mehr bremsen können geht’s rüber. Wir hören das Holz unter uns knacken und splittern, sind aber schneller am sicheren Ende, als man gucken kann. Lachend fragen wir uns, ob das jetzt wirklich so unsicher war, wie es sich angehört hat.
Einige Zeit später kommen wir an einem Schild vorbei, auf dem ein Geländewagen abgebildet ist, der gerade eine ordentliche Steigung zu erklimmen versucht. Jetzt haben wir allerdings einen so weiten Weg zurückgelegt – und über die Brücke wollen wir sowieso nicht nochmal – , dass wir weiter fahren. Die Qualität der Straße nimmt blöderweise wirklich drastisch ab und führt nur noch bergauf. Das beansprucht unseren Kombi so sehr, dass wir irgendwann entscheiden eine Pause einzulegen, damit der Motor sich wieder ein bisschen abkühlen kann. Mitten im Wald holen wir unsere Skatkarten raus und spielen eine Stunde lang, bevor wir weiter fahren.

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Eine weitere halbe Stunde müssen wir durch den inzwischen dunklen Wald, bis wir den Rastplatz erreichen. Zügig bauen wir alles auf und finden eine Feuerstelle von unseren Nachbarn, in der sich noch heiße Glut befindet. Frank, der Zeltlagerleiter, sucht uns Feuerholz und entzündet es wieder. Zu unseren Füßen brennt nun ein warmes Feuer und über unseren Köpfen leuchten die Sterne zwischen den Baumkronen.

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Nach 20 ereignisreichen Stunden schlafe ich schließlich in meinem Zelt ein.

Nachdem wir am nächsten Tag ausgeschlafen haben fahren wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel – dem Wasserfall. Der Weg bleibt ähnlich schlecht, wie schon am Vortag. Nach weiteren 32 Kilometern, für die wir fast 1 ½ Stunden brauchen, kommen wir an. Der Parkplatz ist voll mit Autos und Touristen. Die sind sicher nicht den gleichen Weg gefahren, wie wir!
Von den Aussichtsplattformen haben wir schon gute Sicht auf die fallenden Wassermassen, aber wir wollen sie noch von unten sehen. Eine Treppe führt zum Fuße des Wasserfalls, die wir nehmen wollen. Unten angekommen – in der Nähe des Wasserfalls – werden wir schon von der feinen Wasserwolke nass.

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Wir finden einen Weg über die rutschigen Steine an zu Stelle weiter unten, wo wir kurz in das eiskalte Wasser springen können.
Später fahren wir einen Campingplatz am Diamond Head an. Heute machen wir aber nichts großes mehr, denn es ist schon spät.

Erst am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg die Umgebung zu erkunden. Hier gibt es mehrere Wanderwege, die ganz schön sein sollen. Wir entscheiden uns für einen, der 4,8km lang ist und etwa 2 Stunden dauern soll. Durch Umwege – teils beabsichtig, teils aufgrund unseres mangelnden Orientierungssinnes – erweitert sich der Weg um einige Kilometer und dauert über drei Stunden. Am liebsten wollen wir Koalas sehen, die es hier geben soll, uns laufen aber nur mehrere Riesenwarane über den Weg.

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Daniel wird ganz schnell als eine davon sich zügig auf ihn zu bewegt. Der Rückweg verläuft über die hohen Klippen an der Küste. Auf einer Bank mit Sicht auf das Meer machen wir eine kurze Pause. Gerade als Daniel laut von Walen träumt, springe ich auf: „Da sind welche!“. Beim zweiten Hinsehen stellen wir fest, dass es keine Wale sind, sondern fünf Delphine, nach Norden schwimmen. Das nenne ich Glück!
Noch am gleichen Tag fahren wir nach Port Maquarie. Wir gehen ins Internet, laufen ein wenig durch die Stadt und an den bemalten Steinen entlang, die die Hafenmauer bilden und enden schließlich in einem Cafe/Biergarten, denn hier habe ich ein paar Leute mit Weizen gesehen. Ahh, das erste Weizen seit über drei Monaten schmeckt so gut!

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Das sollte es aber auch für 10$.

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Jan 05 2010

Auf ins neue Jahr!

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So ein Wetter hatten wir aber nicht bestellt! Wir hatten uns darauf gefreut die Tage zwischen Weihnachten und Silvester ausnahmslos am Strand zu verbringen und dann sowas.. es regnet. Hin und wieder ist mal ein sonniger Tag dazwischen, der dann auch direkt genutzt wird um zum Strand zu fahren, aber ansonsten sind die Tage eher trist, weil wir bei dem Wetter auch keine Lust haben in die Stadt zu gehen, in der wir eigentlich eh schon viel zu viel Zeit verbracht haben. Gut, dass Sydneys Partyleben zumindest nicht schläft, sodass wir uns überlegen die Nächte in den Clubs und Bars zu verbringen und die Tage für schlafen und gammeln zu nutzen. Ein guter Plan!
Aber es ist echt unglaublich, wie lang die Schlangen sogar dienstags sind. Als wir beispielsweise an der World Bar ankommen, in die wir gerne gehen, stehen wir am Ende einer scheinbar unendlichen Schlange, die sich kein Stück bewegt. Scheinbar befinden wir uns allerdings durch Zufall in eine Gruppe Backpacker, die gemeinschaftlich mit ihrem ganzen Hostel rein wollen. Hostels haben hin und wieder Angebote, dass man freien Eintritt und ein Freigetränk bekommt, wenn man zusammen mit dem ganzen Hostel hingeht. Als der Türsteher also kommt und die Gruppe an der Schlange vorbei manövriert, zögern wir keine Sekunde und mischen uns in die Menge. Die beiden Neuseeländer, die hinter uns stehen und genau mitbekommen haben, dass wir nicht bei ihnen aus dem Hostel sind, lachen sich mit uns zusammen einen ab, als die Dame an der Kasse uns den Stempel auf die Hand drückt und uns zusätzlich noch jeweils zwei Freibierkarten gibt.
So feiern wir jeden Abend, bis wir am morgen des 30. um halb 10 Uhr aufwachen. Für heute haben wir nämlich mal wieder Programm! Selina, die wir aus Griffith kennen, hat uns gefragt, ob wir Lust auf Fallschirmspringen haben und Frank und ich waren selbstverständlich sofort begeistert von der Idee! Selina hat also die Sprünge für uns gebucht und am 30.12. sollen wir um 12 Uhr irgendwo sein. Ich muss mich um nichts kümmern, weil Selina netterweise den Papierkram regelt und Frank mit den neusten Infos über Abfahrtsort und ähnliches versorgt. Nachdem Franks Wecker dann also mehr als rechtzeitig klingelt befinde ich mich noch im Halbschlaf.. nur kein Stress, denn auch gestern Abend waren wir wieder unterwegs. Frank sagt etwas, was nicht direkt in meinen Kopf durchdringt: „Ich muss noch eben meine Schuhe von Daniel holen“, erklärt er und verschwindet noch bevor sich die Gedanken in meinem Kopf ordnen. Aber er weiß schon, dass Daniel 15 Kilometer weg wohnt und der Treffpunkt zum Springen genau in die andere Richtung liegt!? Er wird schon wissen, was er macht! Entspannt stehe ich auf, gehe im unweit entfernten Hostel duschen und surfe noch kurz im Internet. Als ich gegen 11 wieder am Auto bin, ist Frank immer noch nicht wieder da. „Ach, dann kann ich ja noch eben frühstücken.“. Um viertel nach 11 merke ich allerdings, dass es langsam knapp wird, wenn Frank nicht bald wieder kommt, weil ich ja nicht weiß wo ich hin muss. Also schreibe ich ihm mal eine Sms und frage nach – keine Antwort. Da fällt mir ein, dass er gar kein Geld mehr auf dem Handy hat, also schiebe ich mir schnell die letzten beiden Toast in den Mund und rufe ihn an. Er sagt mir, wo ich hin muss und ich mache mich auf den Weg. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich noch ein bisschen mehr, als 30 Minuten habe, um bis zu der Kreuzung zu kommen, von der ich nur weiß, dass sie in der Nähe der Central Station ist. Das wird knapp! Dann ruft Selina mich an, die gar nicht verstehen kann, warum ich noch so entspannt bin, obwohl ich am besten schon längst am Treffpunkt wäre. Aber ich schaffe das schon!
Schnell zur nächsten U-Bahn-Station, drei Stationen weiter und dann raus. Kurze Orientierung, bis ich die Straße finde auf die ich muss. Inzwischen ist es schon 5 vor, also lege ich ein bisschen Tempo zu und komme schließlich vollkommen verschwitzt gerade rechtzeitig an.
Mit einem kleinen Bus fahren wir ein ganzes Stück aus Sydney raus, bis wir schließlich auf den kleinen Flugplatz an, auf dem schon einige Leute in ihren schicken Anzügen rumlaufen. Wir melden uns schnell an und werden gebeten noch ein bisschen zu warten. Wir schauen uns ein paar Landungen an und merken, wie unsere Vorfreude ins Unermessliche wächst. Wir haben echt keine Lust mehr zu warten! Nach unerträglichen 1 ½ Stunden werden unsere Namen endlich aufgerufen und es geht los. Unsere Springer begrüßen uns grinsend, machen ihre ersten Witze um uns zu verunsichern und kleiden uns ein. In drei Sätzen weisen sie uns ein und wir gehen zum Flugzeug. Zu sechst steigen wir in ein kleines Flugzeug, in das wir gerade so Platz finden. Im Steigflug geht’s auf zur angestrebten Höhe von 14000 Fuß, was etwa 4,2 Kilometern entspricht. Schon auf dem Weg nach oben bestaunen wir die Aussicht. Wir können das Meer, Sydneys Skiline und die Blue Mountains sehen. Ich muss zugeben, dass ich auch schon ein bisschen aufgeregt bin, weil ich nicht genau weiß, was ich gleich zutun habe. Irgendwas von einer Stufe hat mein erfahrener Springer, der schon 16000 Sprünge gemacht hat, gemurmelt. Und da ich der erste bin, der sich aus dem Flugzeug fallen lassen darf, kann ich mir auch nichts mehr von den anderen abgucken.
Als es so weit ist, öffnet mein Springer die Tür und bedeutet mir mit ihm hin zu rutschen. Auf seinen Bauch geschnallt sitze ich nun direkt vorm Abgrund – er hinter mir. Er steigt auf die Stufe, die sich außerhalb des Flugzeugs befindet. Ah, das meinte er also! Für mich heißt das jetzt aber, dass ich frei in der Luft hänge, den „Fährtwind“ des Flugzeugs spüre und in 4200 Meter tiefe gucke. Kein schönes Gefühl! Das ändert sich aber im Bruchteil einer Sekunde, als wir das Flugzeug mit einem Schwung verlassen. Wir drehen uns um uns selbst, sehen das Flugzeug über uns, dann den Boden unter uns und wieder das Flugzeug. Einfach nur geil! Schnell stabilisiert mein Springer unseren Flug und wir fallen nur noch mit dem Gesicht zur Erde. Endlich darf ich meine Arme wieder bewegen, die ich zuvor auf dem Brust kreuzen musste. Wenn man aus dieser Höhe fällt kommt der Boden so langsam näher, dass es einfach nicht bedrohlich aussieht. Wir bewundern erneut die herrliche Aussicht und genießen die 55 Sekunden im freien Fall, bis wir den Schirm öffnen. Mit einem Ruck verlangsamt sich die ganze Geschichte und wir gleiten durch die Luft. Ich darf ein bisschen lenken und sehe zwischendurch die anderen beiden über uns. Als es immer weiter auf den Boden zugeht, merke ich schon, wie das Blut meine Arme und Beine verlässt, die von den Riemen abgeschnürt werden, aber inzwischen ist der Boden schon ich Reichweite und wir steuern auf die Wiese zu, auf der wie landen wollen. Wir gleiten knapp an einem Baum vorbei, drehen noch eine Kurve und landen sicher auf unseren Hintern.
Sekunden später landen auch Selina und Frank, die genauso breit grinsen, wie ich. Wir kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus und machen noch schnell ein Foto in unseren Anzügen. Leider müssen wir jetzt noch eine ganze Zeit warten, bis wir von unserem Bus abgeholt werden und beobachten neidisch die Leute, die ihre Sprünge noch vor sich haben oder gerade zufrieden landen. Aber das war ein sehr cooles Erlebnis und ein spannender Tag!
Am nächsten Tag treffen wir uns mittags mit ein paar Leuten, denken uns mit Alkohol für den Tag ein und sitzen in einer kleinen Runde zusammen. Daniel bringt eine Karte mit, auf der alle Silvesterpartys verzeichnet sind und wir suchen uns einen Park aus, von dem aus man gute Sicht auf die Harbour Bridge hat und wo Alkohol erlaubt ist. Mit einer Decke setzen wir uns bei mäßigem Wetter zwischen all die anderen Leute, die zum großen Teil auch Backpacker zu sein scheinen. Die Stimmung ist einfach super und wir vertreiben uns die Zeit mit Fußball, Trinkspielen mit den benachbarten Engländern und so weiter. So geht die Zeit bis zum Feuerwerk unheimlich schnell um und schließlich geht es los. Kein Wunder, dass das australische Neujahrsfest so berühmt ist, aber irgendwie ist es dann auch doch nicht so groß und so lang, wie erwartet. Gut, dass die Party noch eine ganze Weile weiter geht und ich komme schließlich vollkommen übermüdet am Auto an.

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Dez 26 2009

I gotta feeling..

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..that tonight’s gonna be a good night. No! That tonight is gonna be legen – wait for it – dary!!!

Den Abend des 23. verbringen wir in unserer kleinen Backpackerrunde am Auto, trinken ein bisschen was, hoeren Musik und unterhalten uns. Als wir am naechsten Morgen/Mittag aufwachen erzaehlem David und Fred – unsere Backpackernachbarn – dass sie sich jetzt Tickets fuer eine Kreuzfahrt durch Sydneys Hafen kaufen, die abends stattfindet. Da Frank und ich noch keine genauen Plaene fuer Heiligabend hatten, entscheiden wir uns mitzukommen.
Am fruehen Abend machen wir uns auf den Weg und gehen noch bei Hungry Jacks vorbei, wo wir was essen. Als wir an der Anlegestelle ankommen freuen wir uns ueber unsere Entscheidung mitzukommen. Hier ist alles voller verkleideter Backpacker, die sich auf die Fahrt freuen. Die Stimmung koennte kaum besser sein, wir aergern uns nur, dass wir unsere Kamera nicht mitgenommen haben. Auf dem Schiff holen wir uns dann sofort unser erstes Bier, das umsonst ist.. genau wie das Essen!
Wir fahren an der Harbour Bridge vorbei und haben wieder mal eine wunderbare Sicht auf Sydneys Skyline. Mit den anderen Mitfahrern feiern wir die ganze Zeit. Obwohl wir keine Kamera dabei haben, sind wir trotzdem auf zahllosen Fotos. Die Sonnenbrille, die Frank letztens mal gefunden hat und die ich jetzt trage, kommt gut an. Zusammen mit der Weihnachtsmuetze gilt das wohl als sowas aehnliches, wie eine Verkleidung. Fred wird irgendwann fuer ein Spiel ausgewaehlt. Gegen 4 andere muss er immer moeglichst schnell einen geforderten Gegenstand in einen Korb legen. Wer als letztes etwas rein legt, scheidet aus, als Preisgeld sind 50$ ausgeschrieben. Er holt mich zu sich, damit ich ihm helfen kann. Als erster Gegenstand wird ein T-Shirt verlangt. Sofort reisst er mir meins vom Koerper und ist einer der ersten, die eins in den Korb schmeissen. Als zweites wollen sie eine Weihnachtsmuetze haben, die ich ja zufaellig auf dem Kopf trage. Dieses mal ist Fred mit Abstand der erste am Korb. Als naechstes wollen sie Unterwaesche. Lachend schuettele ich den Kopf. Fred ueberlegt einen Augenblick und schleift mich dann zur Toilette vorbei an einem Maedchen, das brav in der Schlange gewartet hat und sich jetzt lautstark beschwert. Ich denke mir “was solls, es ist Weihnachten”. Trotz meines Einsatzes wird Fred nur zweiter. So ein Mist, aber lustig war es trotzdem!
Nach drei Stunden legt das Boot wieder an, was aber nicht heisst, dass der Abend zuende ist. Sie geht einfach nur im Gaff weiter. Hier ist die Stimmung genauso gut und wir feiern weiter, bis wir nicht mehr koennen. Ein Heiligabend, den ich nicht so schnell vergessen werde.

Am naechsten morgen sitzen wir zusammen auf der Strasse und kommen aus dem Lachen gar nicht mehr raus, als wir uns gegenseitig an die Ereignisse des Vorabends erinnern. Ausserdem freuen wir uns schon auf die alljaehrliche Strandparty am Bondi, wo sich alle Backpacker versammeln. So richtig wird ja hier auch eigentlich nur der 25. gefeiert. Nur bloed, dass es so bewoelkt ist. Mit unseren Badesachen bewaffnet machen wir uns trotzdem auf den Weg. Wir sind ja mal Optimisten. Als wir am Strand ankommen beginnt es allerdings zu regnen. Dem entsprechend ist die Simmung auch nicht so gut, wie erhofft. Was nun? Wir lassen es uns doch vom Wetter nicht nehmen am ersten Weihnachtsfeiertag im Meer gewesen zu sein. Badehosen an und am gehts zu den 20 anderen, die genauso denken, wie wir. Wir rennen einfach schnell rein und stellen fest, dass es gar nicht so kalt ist, wie erwartet. Da kommt dann doch gute Stimmung auf!
Nachdem wir wieder draussen sind und geduscht haben, hauen wir dann aber wieder ab. Auf dem Weg zurueck zum Auto malen wir uns aus, was wir jetzt in Deutschland machen wuerden. Warme Badewanne, eigenes Bett und Ofen sind nur einige Idee, die uns spontan in den Kopf kommen. Da merkt man mal wieder, wie viele schoene Seiten die Heimat hat.

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Dez 23 2009

Vorweihnachtszeit in Sydney

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Ich knuepfe mal nahtlos am letzten Beitrag an:

Das Meer ist entscheidend waermer als noch vor 2 1/2 Monaten und es macht echt Spass sich in den Wellen ein bisschen abzukuehlen, nachdem man die ganze Zeit faul in der Sonne gelegen hat. Ihr kennt das vielleicht aus Sommerurlauben, an denen man einfach nichts macht. Viel berichten kann ich jetzt als nicht!
Am fruehen Abend machen wir uns dann auf den Weg zurueck in die Innenstadt zu der Strasse, auf der wir schon die letzte Nacht verbracht haben. Wir hoffen, dass wir noch einen Platz auf dem kostenlosen Stueck finden – angeblich der einzige Platz in Sydney, an dem man dauerhaft kostenlos parken kann. Kostenlos vermutlich, weil er sich vor einer Felswand befindet, an der ein “Vorsicht vor fallenden Steinen” Schild haengt. Aber keine Sorge! Bis jetzt hat es noch keine Steine geregnet und die Wand ist auch ausreichend gesichert. Wir haben keine Ahnung, was wir machen sollen, wenn wir dort keinen Parkplatz finden. Vermutlich mussen wir dann Sydney erstmal wieder verlassen und auf dem naechsten Rastplatz uebernachten. Leider bestaetigt sich unsere Befuehrtung und alles ist voll. Wir entscheiden uns das Auto erstmal woanders abzustellen und Waesche zu waschen. Anschliessend gucken wir nochmal nach einem Platz. Und wir haben Glueck! Wir finden einen Stellplatz zwischen all den Backpackerautos, die man schon von weitem erkennt. Hier bewegen wir uns erstmal keinen Zentimeter mehr weg und fahren nur noch Bus und Bahn. Auto fahren in Sydney ist eh doof! Wir haengen unsere Waesche auf einer Leine zwischen dem Auto und einem Laternenmast auf und beginnen unser Dosenfutter warm zu machen.
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Das amuesiert die Anwohner, mit denen ich kurz ins Gespraech komme. Einfach typisch australisch. In Deutschland waere man vermutlich mit einer Mistgabel verjagt worden und hier wird man unheimlich freundlich behandelt. Auf einem Balkon feiern ein paar Maedels lautstark eine Party und wir werden Zeuge, wie sie ihre Sektflasche oeffnen und der Korken einen vorbeifliegenden Vogel trifft. Sowas sieht man auch nur einmal im Leben! Es dauert auch nicht lange, bis der erste Backpackernachbar vorbei schaut. Man mag es kaum glauben, aber er ist… deutsch! Trotzdem ist es lustig mit ihm und seinem Reisepartner ins Gespraech zu kommen und wir packen mitten auf dem Gehweg unsere Campingstuehle aus und tauschen ein paar Reiseerfahrungen in der Viererrunde aus. Gegen halb 10 machen wir uns auf den Weg in die World Bar, wo wir Daniel treffen. Eintritt frei und das erste Bier ebenso. Die naechsten Bierchen kosten dann allerdings 5$, trotzdem haben wir einen feinen Abend. Noch haben wir ja ein bisschen Geld.
Am naechsten Tag fruehstuecken wir wieder auf dem Gehweg. Schon lustig seinen Campingtisch direkt neben dem Partyviertel auf der Strasse auszuklappen. Frank faehrt anschliessend nochmal kurz in die Stadt und ich mache mich schon mal auf den Weg zum Strand. Zumindest mehr oder weniger. Vorher will ich noch bei Daniel vorbei, weil ich meinen Laptop und meine Kamera bei ihm aufladen moechte. Dazu haben wir ja in unserem Auto keine Moeglichkeit. Daniel wohnt vom Strand etwa 20 Minuten Fussweg einen Berg hoch. Ich gucke auf den Busfahrplan und stelle fest, dass hier nicht der Bus faehrt, der mich direkt vor Daniels Haustuer abliefert. Stattdessen nehme ich den Bus, der ganz auf die Spitze des Weges faehrt und plane den restlichen Weg an den Klippen entlang zu laufen. Das kann ja sicher ganz schoen werden, aber als ich aus dem Bus aussteige bereuhe ich meine Entscheidung ein wenig. Ich weiss nicht genau wo ich bin und habe das Gefuehl, dass ich die Entfernung ein ziemlich unterschaetzt habe. Der Weg ist dann aber doch echt cool und fuehrt mich unter anderem an dein Diamont Bucht vorbei und ich habe wunderbare sicht auf der unendlich weite Meer und den strahlend blauen Himmel.
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Bis zu Daniel brauche ich mit ein paar Fotopause auch nur 45 Minuten. Ein guter Umweg, wie ich finde!
Am Strand ist es dann so wie am Vortag, aber wir treffen noch Tobi, den wir in Griffith im Hostel kennen gelernt haben. Und wir ziehen ein paar Blicke auf uns, als wir mit unseren frisch gekaufen Weihnachtsmannmuetzen ins Wasser gehen, aber irgendwie muss man am 23. Dezember ja in Weihnachtsstimmung kommen.
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Frank faehrt schon gegen 3 Uhr zurueck in die Stadt und Tobi und ich machen uns auch auf den Weg, als gegen 4 Uhr Wolken aufziehen und es doch ein wenig kalt wird. Ich gehe schnell noch duschen, denn am Strand zu duschen ist ja so fast die einzige Moeglichkeit, die wir haben. Leider sind die Duschen relativ kalt und man muss sich erstmal ueberwinden. Ansonsten haben wir festgestellt, dass es auch nicht so das Problem ist einfach in eins der vielen Hostels reinzulaufen, die sich nur unweit von unserem Stellplatz befinden. Solche Ideen entstehen, wenn man Geld sparen will und sich mit anderen Reisenden unterhaelt.
Gleich muessen wir mal ueberlegen, was wir morgen genau machen. Am Strand wird wohl eine kleine Party steigen und moeglicherweise koennen wir uns morgen auch bei Tobi was leckeres kochen. Er wohnt ein bisschen ausserhalb bei Bekannten, die ueber die Feiertage nicht da sind. Das waere doch eine gute Sache, aber mehr davon, wenn es so weit ist.
Ich wuerde auch gerne einige der vielen Fotos hochladen, die in den letzten Tagen entstanden sind, aber im Moment ist es ohne Steckdose immer schwierig den Laptop aufzuladen und wenn man am 23.12. am Strand liegen kann.. mal ehrlich.. wer hat dann Lust vorm Computer zu haengen!? (eeehm, wie ich es jetzt tue :-D )

Ich wuensche allen einen wunderschoenen Heiligabend, viele Geschenke und ein gemuetliches Fest mit der Familie. Ein bisschen vermisse ich die deutsche Weihnachtszeit ja auch und werde mich an das leckere Fondue erinnern, das ich letztes Jahr gegessen habe, wenn ich vor einem Teller Baked Beans (??) sitze.

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Dez 22 2009

Back on the road

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Ich sollte mir eindeutig nicht mehr so viel Zeit lassen den nächsten Blogeintrag nieder zu schreiben. Ich werde einfach zu alt, um mich noch an alles erinnern zu können. Ich versuche mal es so gut es geht zusammen zu bekommen:

Die Arbeitstage plätschern weiter so dahin. Viel passiert nicht. Auf der Hühnerfarm werden die Vögel alle abgeholt um naja… ich sehe sie dann bei Woolworth wieder. Für mich heißt das, dass jetzt Saubermachen ansteht, um den nächsten Schwung Hühner vor möglichen Krankheiten zu schützen und damit alles wieder ein bisschen netter aussieht. Auf meinen älteren Fotos kann man ja zumindest ansatzweise erkennen, was die Hühner mit ihren Ställen veranstalten. Meine Tage bestehen also daraus, dass ich mit einem dicken Wasserschlauch den groben Dreck entferne. Unter anderen muss ich so genannte Kühlzellen reinigen, die man sich am besten als 20 Meter lange Gänge vorstellen kann, der sich parallel direkt an den Ställen befinden und durch die die Luft zu den Hühnern gesaugt wird. Diese muss ich von außen und von innen mit Wasser abspritzen und – was ich noch nicht weiß – anschließend werden sie noch einer chemischen Reinigung durch das spezielle Reinigungsteam unterzogen. Anschließend! So sollte es jedenfalls sein.. Aber als ich eine der Kühlzellen von außen reinige spüre ich auf einmal ein stechen in der Nase. Noch denke ich mir nichts dabei, doch als ich das Innere betrete beginnen meine Augen schnell zu tränen und meine Nase läuft. Geistesgegenwärtig verlasse ich die Kühlzelle und gehe zu meinem Farmmanager, um zu fragen, ob das so gedacht ist. Er nimmt mich mit in den Pausenraum, wäscht mir die Augen mit einer Lösung aus und alles ist wieder gut.. das denke ich zumindest. Doch nun muss mein Chef seinen Chef anrufen, um zu fragen, was er jetzt machen soll und die beiden entscheiden sich dazu meine Jobvermittlungsfirma zu verständigen und einen Bericht zu schreiben. Ziemlich übertrieben, wenn ihr mich fragt. Als ich das nächste mal bei Skilled bin sehe ich die große Tafel, die mir schon ins Auge gefallen ist, als ich das erste mal in das Büro gekommen bin. Stolz verkündete sie 134 Unfallfreie Tage. Jetzt sind es noch 7 und alles nur, weil meine Augen ein wenig getränt haben.

Auf ein bisschen Abwechslung können wir uns aber freuen, als ein paar Jungs aus dem Hostel ein Paintball spiel organisieren, für das wir uns sofort einschreiben. Mit 15 Leuten fahren wir zu dem abgelegenden Gelände, wo wie schöne, grüne Overalls eine Maske und unsere Waffe bekommen. Bei den üblichen 30 Grad wird einem schon ein bisschen warm in dem Aufzug. Vor allem als das erste Spiel losgeht und wir durch die Gegend rennen, während wir versuchen die Fahne der gegnerischen Mannschaft zu bekommen. Nach drei Stunden sind die meisten Kugeln verschossen und alle sind müde. Zu fünft gehen wir aber nochmal auf ein Feld, um die letzte Munition zu verschießen. Dieses mal muss man nicht raus gehen, wenn man getroffen wird und ohne jede Zurückhaltung gehen wir ans Werk.
Als ich am nächsten Tag aufwache, tun meine Beine weh. So einen fiesen Muskelkater hatte ich selten und den anderen scheint es nicht besser zu gehen. Drei volle Tage dauert es, bis sich meine Beine wieder normal anfühlen, aber das war es auf jeden Fall wert!
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Ansonsten vergehen die Tage wie die letzten. Und endlich gehen wir auf Weihnachten zu, was füre Frank und mich heißt, dass wir langsam dem Ende entgegen blicken und Griffith bald verlassen. Aber jetzt ist erstmal Dienstag und da gibt es lecke Pizzas für 6$, was wir sehr verlockend finden. Mit Robert, Elisa, Selina und Alex, zwei neuen, deutschen Hostelbewohnern, fahren wir mit Pizza und Bier bewaffnet zu dem kleinen Felsen, von dem wir schon das ein oder andere mal den Sonnenuntergang beobachtet haben. Und dieses mal ist es besonders schön, denn im Hintergrund läuft das alte Album von Pete Murray, das ich in der örtlichen Bibliothek entdeckt habe und außerdem schmecken Pizza und Bier gleichermaßen gut. Ja, ok! Das mit dem Bier ist nicht die volle Wahrheit, aber nach 3 Monaten in Australien, mit deutlich eingeschränktem Bierkonsum, schmeckt praktisch jedes gekühlte Getränk, das sich warum auch immer „Bier“ nennt, gut.
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Mit dem Arbeiten sind wir übrigens schon sozusagen fertig, weil es nicht mehr soviel zutun gibt. Also entscheiden Frank und ich, dass wir schon am Donnerstag abfahren und uns noch ein bisschen was angucken, bevor wie nach Sydney fahren. Und dann ergibt es sich, dass Frank am Mittwoch doch noch eine Schicht bekommt. Doch dabei bleibt es nicht! Mittwochabend wird er gefragt, ob er auch noch eine Schicht am Donnerstag übernehmen kann und er sagt zu, weil auch er noch ein bisschen mehr Geld gebrauchen kann. Wir beide haben zwar echt keine Lust mehr in Griffith zu bleiben, aber was will man machen. Gegen 9 Uhr abends klingelt dann das Telefon und Frank wird gefragt, ob er doch die Nachtschicht in der Weinfabrik übernehmen kann und ich arbeitet stattdessen für ihm am Donnerstag. Was für ein Hin und Her! Freitag muss Frank dann auch nochmal arbeiten, während ich alles für die Abfahrt fertig mache. Als er um 16 Uhr wieder kommt, fahren wir schnell in die Stadt, um noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Unter anderem habe ich meine Jacke auf der Chickenfarm liegen lassen und Frank hat seine Schuhe vergessen. Das kostet eine Menge Zeit und als wir endlich abfahrbereit sind, ist es schon 7 Uhr. Wir verabschieden uns von allen, packen die letzten Sachen in den Kofferraum und… auf eimal schließt die Kofferraumklappe nicht mehr. Wir können nicht erkennen, wo das Problem liegt und Robert schlägt sofort vor, dass wir doch noch eine Nacht bleiben können. Aber Frank und ich wollen einfach nur noch weg. Im Backpacker-Style kleben wir den Kofferraum mit Panzerband zu und fahren los, aber nicht ohne vorher noch ein großes Paket Wein besorgt zu haben.
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Besonders weit kommen wir allerdings nicht, weil um halb 9 schon die Dunkelheit einsetzt und nachts viele Kängurus unterwegs sind, die wir nicht an unserem Kühler hängen haben wollen. Auf einem kleinen Rastplatz machen wir es uns gemütlich, trinken unseren Wein, hören Musik und gehen viel zu spät ins Bett.
Am nächsten Tag erwachen wir mit furchtbaren Kopfschmerzen. Dieser komische Billigwein tut einfach nicht gut, aber das fällt einem ja immer erst am morgen danach ein. Wir fahren weiter in die nächste größere Stadt, um den Kofferraum reparieren zu lassen, aber leider hat hier keine Werkstatt geöffnet und darum entscheiden wir uns dazu das nächstbeste zu machen: Wir gehen ins Schwimmbad. Wir springen sofort ins Wasser um unsere Köpfe ein wenig abzukühlen, die immer noch zu platzen drohen. Wir legen uns einfach auf die großen Gummireifen und entspannen so lange, bis es uns wieder besser geht.
Dann muss es aber auch weiter gehen. Wie haben eine lange Fahrt vor uns. Ziel sind die Blue Mountains, die nicht weit von Sydney entfernt sind und einen Besuch wert sein sollen. Nach einem weiteren Zwischenstop auf einem Rastplatz kommen wir am Sonntag in Katoomba an. Hier gibt es die Three Sisters zu sehen, eine eindrucksvolle Anordnung von drei Felsen, die sich inmitten der blauen Berge befindet.
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Der Legende nach wurden die drei Schwestern von einem Zauberer in Stein verwandelt, um sie vor unerwünschten Bewunderern zu schützen, doch verstarb der Zauberer noch bevor er sie zurück verwandeln konnte.
In Katoomba suchen wir uns erstmal einen Parkplatz und machen uns auf dem Weg zu der Aussichtsplattform, von der aus man die Three Sisters sehen kann. Ich weise Frank noch darauf hin, dass er sich besser vernünftige Schuhe anziehen sollte, weil es da auch schöne Wanderwege geben soll, doch er ist sich sicher, dass seine Flipflops ausreichend sind. Von der Aussichtsplattform aus bestaunen wir die drei Felsen und das riesige Tal, das unter uns liegt. Spätestens jetzt verstehen wir, warum die Berge „Blue Mountains“ heißen, denn alles ist von einem blauen Schleier überzogen. Sogar die Bäume, die das ganze Tal und die Berge bedecken, wirken blau. In unserem Reiseführer erfahren wir, dass die Eukalyptusbäume, die hier wachsen, diesen blauen Dunst absondern.
Als nächstes suchen wir uns einen Wanderweg. Frank guckt blöd aus der Wäsche, als er auf dem Schild „Giant Stairway“ (riesige Treppe) liest und bereut es schon, dass er keine vernünftige Schuhe angezogen hat. Wie blöder guckt er aber noch, als wir vor der steilen Treppe sehen, die sich den Felsen hinunter schlängelt. „Ach, ein Stückchen kannst du auch in deinen Schlappen laufen.“, sage ich, und schon folgen wir der Treppe ein paar Meter hinunter, bis wir direkt vor den Three Sisters stehen. Auf dem Weg kommen uns ein paar schwer atmende Leute entgegen, die wir ein bisschen belächeln. Frank ist es, der vorschlägt der Treppe noch ein weiteres Stück zu folgen und als wir das getan haben und beide irgendwie schon entschieden haben, dass wir weit genug gelaufen sind und lieber umkehren, kommt uns eine Familie in Flipflops entgegen. Jetzt will Frank sich beweisen: „Wenn die das können, dann kann ich das auch!“. Als wir endlich unten angekommen sind, müssen wir erstmal eine kleine Pause machen und besonders viel zu sehen gibt es hier auch nicht. Aber erst dann beginnt der lustige Teil. Wir müssen die 900 Stufen, die in den Felsen gehauen wurden, auch wieder hoch. Jetzt verstehen wir, warum alle so schwer geatmet haben und als wir schwitzend oben ankommen, sind wir diejenigen, die belächelt werden.
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Genug für heute! Wir wollen zurück zum Auto. Im Reiseführer haben wir von einer schönen Kneipe gelesen, in der es gutes Steak geben soll. Da wollen wir hin! Kurze Zeit später steht das erste leere Bierglas vor uns auf dem Tisch und die Kellnerin bringt uns zwei dicke, fette Rumpfsteaks! Ein guter Ausklang für einen harten Tag!
Die Nacht verbringen wie wieder auf einem Rastplatz im Auto. Am nächsten Tag machen wir uns dann komplett campingfertig. Wir decken uns mit Dosenfutter ein und bauen die letzten Vorhänge ins Auto ein. Nachdem wir dann nochmal gut gekocht haben, fahren wir das letzte Stück nach Sydney. Dort treffen wir einen Freund von Frank, den er aus Bundeswehrzeiten kennt. Dieser zeigt uns einen super Aussichtspunkt, von dem aus man die komplette Skyline und auf der anderen Seite das offene Meer sieht. Anschließend machen Frank und ich uns auf die Suche nach einem Platz, an dem wir ungestört wildcampen können. Mitten in der Stadt soll es eine Straße geben, auf der sich viele Backpacker nieder lassen. Diese fahren wir an und verbringen da die Nacht.
Am nächsten Tag geht’s zurück nach Bondi, wo Daniel – der Bundeswehrkollege – wohnt. Es ist super Wetter und wir entscheiden uns den Tag am Strand zu verbringen, während in Deutschland das Land mit Schnee bedeckt ist. Es sind nur noch zwei Tage bis Heiligabend und keiner von uns ist in Weihnachtsstimmung. Wie auch, bei 30 Grad am Strand?

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